Fußbodenheizung Vor- & Nachteile | Tipps für Bodenheizung

Steht ein Neubau an, stellt sich die Frage, für welches Heizsystem man sich entscheiden soll. Im Wesentlichen gibt es 2 Systeme. Die Flächenheizung oder die Heizkörperheizung.

Die Flächenheizung bietet viele Vorzüge aber auch ein paar Nachteile mit sich. Im folgenden Beitrag soll darauf eingegangen werden. Auch die Frage, wann sich eine nachträgliche Installation einer Flächenheizung lohnt, soll beleuchtet werden.

Das Grundprinzip einer Flächenheizung

In jedem zweiten Neubau wird mittlerweile eine Flächenheizung eingebaut. Vorrangig handelt es sich dabei um eine Fußbodenheizung.
Es stehen wassergeführte oder elektrische Systeme zur Verfügung.

Bei der Flächenheizung werden flexible Rohrleitungen in ein Trägersystem unter dem Boden verlegt. Dadurch haben die Rohrleitungen einen festen Sitz und eine optimale Wärmeverteilung ist gewährleistet.

Durchfließt das Rohrsystem durch den Verteiler warmes Wasser, wird thermische Energie nach oben abgegeben. Es können auch elektrische Leiter verlegt werden.

Der darüber liegende Fußboden sollte eine hohe thermische Leitfähigkeit aufweisen, damit die Wärme sich ungehindert im Raum ausbreiten kann. Stein und Fliesen sind die optimalen Bodenbeläge.

Aber auch geeignete Holz-, Parkett-, Laminat-, Vinyl- oder Teppichböden sind möglich. Sie können weiterhin eine elektrische Fußbodenheizung verlegen.

Elektrisch betriebene Heizungen sind ökologisch dann sinnvoll, wenn sie mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Für beide Arten gibt es heutzutage den passenden Thermostat, denn ohne diesen können Sie die Raumtemperatur nicht einstellen.

Vorteile einer Fußbodenheizung

Im Vergleich zu einer Standardheizung bietet die Bodenheizung nennenswerte Vorteile. Eine Bodenheizung verbraucht durchschnittlich 10 % weniger Energie als eine Radiatorenheizung, da die Vorlauftemperatur 2-3 Grad niedriger eingestellt werden kann. Sie kann somit optimal mit Niedrigheizsystemen kombiniert werden.

Räume werden effizienter genutzt, da keine Heizkörper vorhanden sind. Reinigungs-, Streich oder Entlüftungsarbeiten entfallen. Kosten für den Einbau und die Installation in einem Neubau sind vergleichbar mit einer klassischen Heizung.

Die abgegebene Wärme geht in Form von Strahlung in den Raum. Diese sonnengleiche Wärme strahlt vom Boden direkt auf feste Körper über und sorgt für ein behagliches Wärmewohlbefinden. Sie können barfuß über den Boden laufen, welches die gesündeste Form des Laufens ist.

Wird der Heizkessel ausgestellt, geben die Böden noch für einige Stunden Wärme ab. Durch den hohen Strahlungsanteil wirbelt eine Fußbodenheizung nicht so viel Staub auf. Sollten Sie Allergiker sein, profitieren Sie davon. Auch die Schimmelbildung wird durch dieses Flächenheizungssystem reduziert.

Grauer Bodenbelag Tisch Stühle

Werden die Heizungsrohre undicht, dringt Sauerstoff ein und der sich bildende Rost kann zu Verschlammungen führen. Eine kostspielige Reinigung der Rohre ist die Folge. Das Heizungssystem ist träge.

Nach dem Einschalten können mehrere Stunden vergehen, bis es im Raum warm wird. Es kann nicht jeder beliebige Bodenbelag verwendet werden, da Dämmung an dieser Stelle kontraproduktiv ist. Der nachträgliche Einbau einer Fußbodenheizung in einem Altbau kann teuer werden, da die alten Böden herausgerissen werden müssen.

Durch die Wahl einer Elektro-Dünnbett-Fußbodenheizung können Sie diesen Kosten entgegenwirken. Sie können die Heizung auf dem bestehenden Estrich installieren. Die Aufbauhöhe ist somit geringer und die Montage deutlich schneller möglich.

Eine Sanierung der Bodenheizung ist ein kostspieliges Unterfangen, da auch hier der komplette Boden aufgerissen werden muss. Weiterhin können Sie Ihre Handtücher und Waschlappen schlecht trocknen. Daher empfehlen Experten, für die Bäder einen Handtuchheizkörper zu installieren.

Fußbodenheizung – Heizschlangen selbst verlegen

Im nachfolgenden Video geht es darum, welche Schritte unternommen werden müssen, um eine Bodenheizung zu verlegen. Der Akteur ist ein junger Hobbyheimwerker, der herausfinden möchte, ob selbst verlegen mit einer Anleitung möglich ist.

Dennoch ist es aber für Sie empfehlenswert, bei der Planung und Installation des gesamten Heizungssystems einen Fachmann zurate zu ziehen. In den Kommentaren melden sich Handwerker zu Wort, die auf ein ausreichendes Fachwissen hinweisen.

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Nachrüsten einer Fußbodenheizung

Der Einbau einer Bodenheizung in eine Bestandsimmobilie ist technisch möglich, aber nicht immer sinnvoll. Die Leistung der Flächenheizung ist begrenzt und nicht immer ausreichend, da Altbaugebäude thermisch nicht so gut isoliert sind. Wenn Sie zusätzliche Heizkörper an das System anschließen, kann man diesen Nachteil ausgleichen.

Weiterhin sollten Sie beim Aufbau die Höhe beachten. Diese sollte nicht zu dick sein. Daher bietet sich der Trockenbau an. Sogenannte Dünnschichtsysteme haben eine besonders geringe Aufbauhöhe von 2 Zentimetern.

Bei dieser Technik werden die Heizrohre auf dem Estrich verlegt oder Heizfolien auf dem Boden angebracht. Damit dieses System effektiv funktioniert, sollte der Boden bereits gut gedämmt sein. Auch eine Trockenverlegung ist geeignet, die allerdings eine Aufbauhöhe von 5 Zentimetern aufweist.

Hierbei werden die Rohre zwischen den Wärme- und Trittschalldämmplatten verlegt. Im Altbau bietet sich der Trockenestrich an, um das Gewicht möglichst gering zu halten.

Haben Sie solch ein Vorhaben geplant, sollten Sie sich umfassend von einem Experten beraten lassen, damit Sie am Ende ausreichend warme Räume haben. Und das zu einem günstigen Preis.

Die Regelung der Heizung erfolgt über einen Thermostat. Wie Sie den Regler richtig bedienen können, entnehmen Sie der mitgelieferten Bedienungsanleitung.

Tipps für die Fußbodenheizung

Erkundigen Sie sich nach KfW- oder BAFA-Förderungen. Hier werden günstige Kredite und Investitionszuschüsse angeboten. Auch von steuerlichen Vorteilen würden Sie profitieren. Baubegleitende Beratungen durch Fachbetriebe können bis zu 50 % geltend gemacht werden.

Bei einer energetischen Sanierung sind bis zu 20 % der Aufwendungen steuerlich abzugsfähig. Umso dicker der Estrich oder Boden über den Heizrohren oder der elektrischen Heizleiter ist, desto träger reagiert die Flächenheizung.

Sie sollten daher eine thermisch leitfähige und möglichst dünne Estrichschicht wählen. Wenn Sie vorhaben, die Heizung über Nacht am Thermostat herunter zu stellen, sollte Sie das 2-3 Stunden vorher erledigen.

Selbst wenn der Kessel keine Wärme mehr liefert, wird die gespeicherte Wärme im Bodenaufbau allmählich abgegeben. Die Steuerung der Zieltemperatur erfolgt per Funk über ein Raumthermostat.

Elektrische Steuerungsanzeigen sind digital und können auch nachträglich nachgerüstet werden. Durch einen Stellantrieb wird die Wasserzufuhr pro Heizkreislauf über ein Ventil geregelt.

Fazit

Eine Fußbodenheizung sorgt für angenehme warme Füße. Sie kommt außerdem mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus und sorgt somit für einen effizienten Betrieb von Brennwert- und Umweltheizungen.

Bei der Planung eines Neubaus sollten Sie die wassergeführte oder elektrische Fußbodenheizung mit in Erwägung ziehen, da sie viele Vorteile mit sich bringt.

Bei der Sanierung eines Altbaus müssen Sie mit höheren Kosten rechnen, da zum Teil ein Fräsen im Bestandsestrich erforderlich ist, um die Schläuche zu verlegen.

 

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