Heizen und lüften gegen Schimmel | Heizung richtig & falsch

Wenn Sie richtig heizen und lüften, schaffen Sie nicht nur ein angenehmes Raumklima, sondern sparen auf das gesamte Jahr gesehen gut und gerne mehrere einhundert Euro an Heizkosten ein.

Doch es ist gar nicht so einfach, die richtige Balance – denn es nicht damit getan einfach nur die Heizung anzustellen. Ein angenehmes und angemessenes Raumklima stellt sich nur dann ein, wenn man im richtigen Wechsel alte gegen neue Luft austauscht und gleichzeitig darauf achtet, wenig Wärme zu verlieren.

Wir geben Ihnen wertvolle Tipps rund um die Themen Heizung, Lüftung und gesundes Wohnklima.

Wieso überhaupt lüften?

Ein Haushalt mit vier Personen gibt ohne weiteres täglich bis zu zwölf Liter Wasser über die Atemluft und Transpiration an die Umgebung ab. Diese Feuchtigkeit kann einen Befall durch Schimmel auslösen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Altbau mit undichten Fenstern oder einen energetischen Neubau handelt. Besonders groß ist die Gefahr für Schimmel in der Küche, im Keller und im Bad.

Darüber hinaus entsteht beim Atemvorgang das schädliche Kohlenstoffdioxid, besser bekannt als CO2. Bemerkbar macht sich eine zu hohe Konzentration des Gases daran, dass die Raumluft alt und abgestanden riecht. Dann kann es auch zu Müdigkeit und Konzentrationsproblemen kommen.

Feuchtigkeit Wasser Tropfen Kondenswasser

Doch nicht nur die Atemluft, sondern auch Schad- und Geruchsstoffe aus Möbeln und hinter der Wand befindlichen bedenklichen Baumaterialien können für eine Anhäufung von CO2 in der Raumluft verantwortlich sein.

Aus beiden Gründen sollten Wohnräume regelmäßig und richtig gelüftet werden. Im Verbund mit dem korrekten Einsatz der Heizung können Sie mit wenig Aufwand ein gesundes Wohnklima schaffen. Auf diese Weise können Sie Schimmel vermeiden und gegen gesundheitliche Risiken vorgehen.

Was nehmen wir als behagliches Wohnklima wahr?

Abhängig davon, welche Tätigkeit man gerade ausführt, sollte die Temperatur für ein angenehmes Wohnklima zwischen 18 und 22 Grad Celsius und die relative Luftfeuchtigkeit gegen 40 bis 60 Prozent gehen. Je stärker die Heizung arbeitet, desto trockener ist in der Regel die Luft und umso niedriger ihr Feuchtegehalt.

Sinkt der Wert der Luftfeuchtigkeit gegen den Wert von etwa 30 Prozent, können die Schleimhäute gereizt werden. Liegt der Wert sehr hoch, so steigt die Gefahr für Schimmel – schon ab einer relativen Luftfeuchte von etwa 70 bis 80 Prozent können die Pilzsporen wachsen. Besonders heimtückisch: Dazu muss weder Kondenswasser sichtbar sein noch muss sich die Wand feucht anfühlen.

Eine elektrische Wandheizung hilft dabei, die Gefahr für Schimmel an kalten Oberflächen (z. B. ungedämmte Außenwände) zu verringern und gegen Schäden an der Bausubstanz präventiv zu wirken.

Wie lüften Sie richtig?

Mehrere Faktoren bestimmen, wie häufig und wie lange Sie lüften sollten, um Schimmel sowie schlechte Raumluft zu vermeiden. Neben des persönlich als angenehm empfundenen Raumklimas spielen die Dämmung des Gebäudes sowie seine Lage eine Rolle.

Ein freistehendes Einfamilienhaus hat andere Anforderungen als eine Etagenwohnung unter dem Dach. Zudem müssen Jahreszeit und das Außenklima berücksichtigt werden.

Richtig zu lüften hängt also immer von den individuellen Gegebenheiten ab. Dennoch gibt es ein paar grundlegende Regeln, die Sie beachten sollten:

  • Sorgen Sie für frische Luft

Durch kurzes Stoßlüften über weit geöffnete Fenster oder Querlüften durch die gesamte Wohnung bekämpfen Sie schlechte Raumluft. Im Winter reichen dafür schon drei Minuten, in den warmen Monaten kann es bis auch schon einmal eine Viertelstunde dauern, ehe die komplette Luft einmal getauscht wurde. Wenn Sie den ganzen Tag in der Arbeit sind, ist es wichtig, morgens und abends zu lüften.

  • Gehen Sie gegen Feuchtigkeit vor

Ob nach dem Baden & Duschen oder nach dem Kochen in der Küche – feuchte Luft sollten Sie schnell austauschen, selbst wenn es im Winter manchmal Überwindung kostet, nach einer warmen Dusche das Fenster zu öffnen.
Da man zudem nachts unbemerkt stark schwitzt, sollte das Schlafzimmer morgens gelüftet werden, um nicht unter den nächtlichen Ausdünstungen zu leiden.

  • Wie lüften Sie richtig?

Falsches Lüften kann fatal sein. Manchmal hält sich trotz Stoßlüftens noch Feuchtigkeit in Handtüchern oder Bettdecken, da der Austauschvorgang mehr Zeit benötigt. Eine Lüftungsanlage sorgt dann dafür, dass auch diese Feuchtigkeit langsam entweicht. Alternativ können Sie die Fenster für eine kurze Zeit kippen.

Im Schlafzimmer kann in den wärmeren Monaten auf diese Weise nachts für gute Luftzirkulation gesorgt werden – ein netter Nebeneffekt: Dank niedriger CO2-Belastung drohen morgens keine Kopfschmerzen.

Tipp: Läuft die Heizung auf kleiner Stufe und erwärmt so die Luft, kann diese mehr Feuchtigkeit aufnehmen und nach draußen entfernen.

Heizen und Lüften – das Wichtigste in zwei Minuten

In diesem Video erklärt ein Experte der Stadtwerke Düsseldorf kurz und knapp, welche wichtigen Punkte Sie unbedingt rund um das Thema „Heizen und Lüften“ beachten sollten.

Neben wertvollen Tipps für ein gesundes und angenehmes Raumklima erfahren Sie außerdem, wie sie mit dem richtigen Verhalten über das Jahr gesehen enorme Kosten einsparen können. Beherzigen Sie die Tipps des Profis und bekämpfen sie trockene Luft und Schimmel.

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Worauf sollten Sie beim Heizen achten?

  • Heizen Sie sämtliche Räume

In der kalten Jahreszeit sollten Sie die Leistung der Heizung in sämtlichen Wohn- und Schlafräumen auf mindestens 16 Grad einstellen. Selbst größtenteils leerstehende Zimmer bilden dabei keine Ausnahme, sie können auch elektrisch beheizt werden. Ist der Bauzustand allgemein schlecht, droht insbesondere schwarzer Schimmel – besonders das Bad ist dann gefährdet.

Nehmen Sie zudem alle Heizkörper in Betrieb, auch überwiegend leerstehende Zimmer sollte man heizen. Temperaturunterschiede von fünf Grad und mehr zwischen den einzelnen Zimmern einer Wohnung führen rasch zu einem Problem mit Schimmel, beispielsweise wenn feuchte Warmluft in kältere Räume gelangt. Es empfiehlt sich darüber hinaus, die Türen zwischen Räumen mit größeren Temperaturunterschieden zu schließen.

  • Verhindern Sie ein Auskühlen der Zimmer durch falsches Lüften

Während der kalten Monate müssen die Fenster sofort nach dem Lüften wieder geschlossen werden. Anders als im Sommer ist auch die Kippstellung nicht zu empfehlen. Beim dauerhaften Lüften geht wertvolle Wärme verloren und die Wände der Zimmer, vor allem eine mögliche Außenwand, kühlen aus. Anschließend kostet es viel Energie und dauert lange, bis der Raum wieder warm wird. Das Auskühlen ist häufig die Ursache für Schimmelbildung.

  • Heizen Sie effektiv

Entfernen Sie Möbelstücke, die direkt vor dem Heizkörper oder Heizstrahler platziert sind. So kann sich die Heizungsluft ungehindert ausbreiten und im kalten Raum verteilen. Auf diese Weise schaffen Sie nicht nur schneller eine angenehme Zimmertemperatur, sondern sparen auch noch Kosten.

Möbel sollten außerdem richtig gestellt werden. Schwarzer Schimmel hat seine Ursache oft darin, dass sich eine kalte Außenwand hinter einem Schrank oder einer Kommode befindet. Dies stellt besonders in schlecht gedämmten Gebäuden trotz ausreichendem Heizen eine große Gefahr dar.

  • Nutzen Sie mobile Heizgeräte

Wenn Sie nicht das Glück haben, in einer mit guter Dämmung und elektrisch gesteuerten Heizungsanlage versehenen Immobilie zu wohnen, können Sie auf mobile Heizgeräte zurückgreifen. Dazu zählt neben einer elektrischen Infrarotheizung ebenso der bekanntere elektrische Heizstrahler.

Diese können kostengünstig und ohne großen Aufwand als Wandheizung montiert werden. Auch im Keller stellt dies eine praktikable Lösung dar.
Eine kompetente Beratung rund um das Thema Infrarotheizung finden Sie in entsprechenden Fachbetrieben.

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