Heizen mit Strom | Stromverbrauch von Heizung elektrisch

Heizen mit Strom ist bei vielen Verbrauchern immer noch ein äußerst umstrittenes Thema, denn noch immer gilt diese Methode als ein relativ kostspieliges Vergnügen, wenn man die Stromkosten betrachtet.

Doch in vielen Fällen erweist sich eine elektrische Heizung als eine gute Alternative, denn heizen mit Strom punktet vor allem mit seiner Unkompliziertheit. So kann eine Elektroheizung nahezu überall eingesetzt werden, was vielfältige und flexible Möglichkeiten mit sich bringt.

Vorteile einer Elektroheizung

Herkömmliche Verbrennungsanlagen im Haus, wie Gas-, Öl- oder Pelletheizungen benötigen einen umfassenden Einbau. Tanks, Vorratsbehälter, Leitungen sowie Abgasrohre sind dabei unerlässlich. Sind sie Teil einer Zentralheizung, muss zusätzlich ein Kreislauf für Wasser integriert werden.

Alle Gas-, Holz- und Ölheizungen sowie andere Verbrennungsanlagen kommen nicht ohne einen Schornstein aus. Eine Elektroheizung benötigt lediglich Strom und kommt in der Regel ganz ohne zusätzliche Installationselemente aus.

So arbeiten die Geräte in der Regel mit 220 Volt. Einige Anlagen benötigen eine 380 Volt Starkstromleitung, wie sie auch bei Backöfen verwendet wird. Die Installation ist meist denkbar einfach und besteht oft nur darin, das Gerät aufzustellen oder anzubringen und die Stromerzeugung über eine Steckdose zu starten.

Arten der Elektroheizung

Ob als Heizkörper, Fußbodenheizung, Infrarotheizung, Wärmestrahler oder als Heizlüfter, grob unterscheiden wir zwischen Direktheizung und Elektrospeicherheizung.

Diese Arten der Beheizung legen fest, ob die Wärme per Stromversorgung gleichzeitig beim Erzeugen oder erst zu einem späteren Zeitpunkt an die entsprechenden Räume abgegeben wird. Die Elekrodirektheizung ist die einfachste Variante, wenn Sie elektrisch heizen möchten.

Bei häufigerem Einsatz und höherem Stromverbrauch lohnt sich allerdings die Anschaffung einer Speicherheizung.

Heizlüfter

Als besonders beliebt unter den Elektrodirektheizungen gilt der Heizlüfter. Das meist sehr kompakte Gerät zeichnet sich insbesondere durch seine hohe Mobilität aus. So können Sie den Heizlüfter schnell und ohne Mühe in jedem Raum einsetzen.

Diese Art der Heizung ist besonders effektiv, um schnell einen kleinen Radius um das Heizelement herum zu erwärmen. Allerdings lässt die Wärmewirkung sofort nach dem Abstellen des Lüfters ab. Von Vorteil sind die niedrigen Kosten der Anschaffung, nachteilig ist aber der relativ hohe Stromverbrauch, was sich besonders bei längerem Betrieb auf die Kosten auswirkt.

Der Verbrauch lässt sich leicht berechnen. Wird dieses Heizgerät auf höchster Stufe betrieben, hat sie einen Stromverbrauch von 2000 Watt. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von rund 33 Cent pro kWh fallen für Sie pro Stunde also etwa 66 Cent an. Für die gelegentliche Nutzung zwar überschaubar, allerdings für den Dauerbetrieb durch den hohen Stromverbrauch relativ viel.

Strom Stromverbrauch Stromzähler

Elektrische Heizkörper

Ob mobil auf Rollen als Wandheizung installiert, die elektrischen Heizkörper lassen sich optisch kaum von einer herkömmlichen Heizung unterscheiden. Beliebte Varianten dieser Direktheizung sind beispielsweise elektrische Handtuchheizungen fürs Badezimmer.

Auch im Heizverhalten unterscheiden sich diese Geräte, die im Fachjargon auch unter dem Begriff Konvektor bekannt sind, kaum von klassischen Heizungen. Werden sie ausgeschaltet, verbleibt meist noch einige Zeit eine gewisse Restwärme.

Bei den Kosten gibt es allerdings einen erheblichen Unterschied. Während Sie aktuell für eine Gasheizung 7 Cent und bei Heizöl 8 Cent pro kWh bezahlen, liegen die Kosten für eine elektrische Heizung, je nach Größe und Leistung im Durchschnitt bei satten 29 Cent pro kWh.

Infrarotheizung

Ob im Bad oder über dem Wickeltisch, für angenehme punktuelle Wärme sorgt ein Infrarot-Heizstrahler. Je nach Leistung erwärmt diese praktische Heizung, die als mobile Variante mit Standfuß und Rollen oder zum Befestigen an Wand oder Decke erhältlich ist, einen Radius von 5 bis 15 Quadratmetern.

Wieviel Stromverbrauch eine Infrarotheizung aufweist, liegt an der Leistung des Gerätes. So beheizt ein Wärmestrahler mit einer Leistung von 1 Kilowatt einen Radius von etwa 5 Quadratmetern und verbraucht rund 24 Cent pro Stunde.

Hat die Infrarotheizung eine Leistung von 1,5 Kilowatt, schlägt der Stromverbrauch mit etwa 36 Cent zu Buche. Bei 2 Kilowatt liegen die Stromkosten schon bei etwa 48 Cent. Hierbei lohnt es sich, bei der Anschaffung genau zu vergleichen, denn es gibt auch Modelle, die als stromsparend angepriesen werden.

Beliebte Infrarotheizungen sind auch Natursteinheizungen. Während der Heizstrahler sofort abkühlt sobald er vom Strom genommen wird, hat eine Natursteinheizung den Vorteil, dass sie die Wärme länger speichert. Allerdings dauert es auch etwas länger, bis sich die vollständige Heizwirkung einstellt.

Entsprechende Geräte, die meist aus Granit oder Marmor bestehen, bietet beispielsweise der Hersteller Viessmann an.

Elektrospeicherheizung/Nachtspeicherheizung

Mit der Elektrospeicherheizung können Sie den hohen Kosten der elektrischen Heizung ein wenig entgegenwirken. Hier wird die erzeugte Wärme erst zeitversetzt abgegeben. Möglich machen dies die integrierten Speicherelemente, die auch bei Stromausfall arbeiten.

Bekannt ist diese Art zu heizen auch als Nachtspeicherheizung, da hierfür der Nachtstrom zum Aufheizen genutzt wird. Preislich relativ günstig, da der Stromtarif für den Nachtstrom in der Regel kostengünstiger ist. Aber Achtung: Heutzutage bietet nicht mehr jeder Stromanbieter diesen günstigen Nachtstrom an.

Hier ist ein Vergleich besonders wichtig, da die Kosten und die Tarifpakete der einzelnen Stromanbieter deutlich variieren. Für die Installation einer Elektrospeicherheizung, die mit Nachtstrom versorgt wird ist außerdem die Anbringung spezieller Zähler für den Betriebsstrom notwendig.

Berechnen Sie auch bei den Anschaffungskosten etwas mehr, da der Stromspeicher für Nachtspeicherheizung, je nach Ausführung einen Kostenfaktor von rund 250,- Euro ausmacht.

Weitere Heizsysteme mit Strom

Auch eine Fußbodenheizung lässt sich mit Strom realisieren. Hierbei kommen allerdings keine Heizspiralen zum Einsatz, sondern Folien oder Heizmatten. Der Montageaufwand ist relativ gering, allerdings Sollten Sie auch hier den Stromverbrauch berechnen.

Allgemein gilt, dass eine elektrische Fußbodenheizung eine durchschnittliche Leistung von 160 Watt pro Quadratmeter erbringt. Bei 5 Quadratmetern entspricht das einer Gesamtleistung im Volumenstrom von 800 Watt.

Auch beim Wasserbett lässt sich das Wasser elektrisch beheizen. Bei diesem Heizgerät richten sich die Stromkosten nach der gewählten Temperatur.

Video zum Thema

Nicht überall können herkömmliche Heizsysteme eingesetzt werden. Hier erfahren sie, wo eine Heizung mit Strom sinnvoll ist und welche Vorteile sich daraus ergeben können.

YouTube

Fazit:

Eine elektrische Heizung kann Kosten sparen, wenn Sie auf kostengünstig stromerzeugende Ressourcen, wie Solarstrom über Photovoltaik zurückgreifen.

Stromsparende Geräte sowie ein Rechner zur Stromkostenermittlung erweisen sich ebenso als sinnvoll.

Menü