Heizung funktioniert nicht (Tipps) | Heizkörper ist kaputt

Ob Buderus, Viessmann oder Brötje: Alle Heizungen können Probleme machen. Wenn die Funktionsweise eingeschränkt ist, muss aber nicht zwangsläufig ein Experte her.

Mit dem richtigen Hintergrundwissen können Sie kleine Arbeiten auch selbst erledigen. Dieser Ratgeber liefert Ihnen Tipps und Tricks was zu tun ist, wenn Ihre Heizung kaputt ist.

Wie Sie eine Fehlfunktion im Thermostat beheben

Falsche Einstellungen an der Heizung oder dem Raumthermostat, zum Beispiel der Sommermodus oder eine falsche Temperatur, können dafür sorgen, dass der Heizkörper nur lauwarm wird oder ganz kalt bleibt. Es ist auch möglich, dass die Uhrzeit am Raumthermostat nicht richtig ist. Wenn die Uhr glaubt, es sei Nacht, senkt sie die Temperatur ab.

Es ist auch möglich, dass die Funktion des Thermostates selbst beeinträchtigt ist. Rutscht das Ventil zu weit in den Heizkörper, kann dieser nicht mehr auf das Thermostat reagieren. Wenn Sie den Einstellkopf abnehmen, finden Sie eine Ventilspindel.

Sie sollte ungefähr fünf Millimeter nach draußen ragen. Falls sie klemmt, können Sie ganz vorsichtig mit dem Hammer von vorn gegen den Stift schlagen oder ihn mit einer Zange leicht nach oben ziehen. Setzen Sie dann das Thermostat wieder auf.

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Das richtige Wandthermostat: Smart und über Funk

Es macht Sinn, sich ein Wandthermostat zu besorgen, das smart funktioniert: Das Thermostat von Homematic zum Beispiel läuft über Funk. Nachdem Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemessen wurden, kann das Thermostat über Funk mit den Heizungs-Thermostaten von Homematic verbinden und die Raumtemperatur schnell auf Solltemperatur bringen.

Wenn die Heizung nicht mehr funktioniert, sollten Sie deshalb ausschließen, dass es an der Steuerung liegt. Funk-Thermostate lassen sich oft per App steuern, zum Beispiel bei Marken wie Viessmann, Brötje oder dem Apple Home Kit.

Überprüfen Sie zunächst, ob Ihr Heizkörper sich per App steuern lässt. Wenn das Modell nicht mit Apple Home kompatibel ist, ist es kein Wunder, dass der Raum nicht warm wird.

Zu viel Luft: Heizung reparieren durch den Entlüfter

Das Funktionsprinzip eines normalen Heizkörpers sieht vor, dass Warmwasser die Heizungsrohre anwärmt. Diese Wärme wird dann ans Zimmer abgegeben. Befindet sich jedoch Luft im Heizkörper, kann das Warmwasser nicht aufsteigen. Deshalb sollten Sie regelmäßig entlüften. Doch das ist nur möglich, wenn es ein Entlüfter-Ventil mit Vierkantstift gibt.

Drehen Sie den Heizkörper auf max. Temperatur und warten Sie max. fünfzehn Minuten. Dann können Sie abdrehen und ein saugfähiges Tuch vor das Ventil halten, um herausspritzendes Wasser aufzufangen. Mit einem Entlüftungsschlüssel können Sie das Ventil vorsichtig eine halbe Umdrehung weit gegen den Uhrzeigersinn drehen.

Nun sollten Luft und nach wenigen Sekunden auch Wasser ausströmen. Vorsicht: Das Wasser könnte schmutzig sein, decken Sie deshalb Möbel und Wände vorher ab. Wenn nur noch Wasser ausströmt und keine Luft mehr, drehen Sie das Ventil schnell und fest zu. Der Heizkörper sollte nun wieder zu normaler Funktion übergehen.

Defekte in einer Infrarot- beziehungsweise Fußbodenheizung

Die Infrarotheizung wärmt mit ihrer Funktionsweise nicht die Raumluft selbst auf, sondern sendet Infrarot-Strahlen aus, die alle Objekte im Sichtfeld erwärmt. Trotzdem muss sie den Energieverlust des Zimmers ausgleichen können. Das ist abhängig von der Leistung. Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Infrarotheizung ausreichend leisten kann, um den Raum zu versorgen.

Bei Fußbodenheizungen ist zudem oft der Stellantrieb ein Problem. Er ist verantwortlich für das Öffnen und Schließen der Ventile und bestimmt so, wieviel Heizwasser fließt. Sind Ventile durch Ablagerungen verschmutzt, sind sie blockiert und der Stellantrieb kann nicht funktionieren. In einem solchen Falle sollten Sie nach einem Fachmann suchen.

Fehlfunktion bei der Nachtspeicherheizung

Beim Funktionsprinzip einer Nachtspeicherheizung werden im Inneren des Heizkörpers Steine durch eine Elektronik-Heizung erwärmt. Diese Aufheizung geschieht nachts, weil der Strom dann günstiger ist. Tagsüber wird die Wärme durch ein Gebläse oder geöffnete Klappen freigesetzt. Über ein Thermostat funktioniert eine Steuerung von Hand.

Den Verbrauch der Nachtspeicherheizung können Sie durch Schaltgeräusche oder das Ablesen des Zählers feststellen. Wenn sich nichts ablesen lässt, liegt das Problem beim Strom. Ansonsten können Sie Sicherungen, die Zeitschaltuhr und das Außenthermostat überprüfen. Findet sich kein Defekt, ziehen Sie einen Elektriker zu Rate: Eventuell ist das Steuergerät ausgefallen oder der Heizdraht ist defekt.

Wenn Elektrik nicht mehr funktioniert

In fast jedem Schaltkreis für Heizungen gibt es einen Mischer, der das Wasser auf eine bestimmte Temperatur bringt. Meistens liegt er in einem sekundären Schaltkreis. Wenn der Mischer nicht mehr auf die Steuerung reagiert, kann das an einer feststehenden Klappe liegen.

Weiterhin gibt es das Ausdehnungsgefäß, das den Druck im Heizkreislauf ausgleicht. Nach mehreren Jahren kann es jedoch porös oder weniger elastisch werden und sogar reißen. Dann entweicht Gas und durch den fehlenden Ausgleich gibt es nicht mehr genug Druck, um richtig zu heizen.

Klopfen Sie das Ausdehnungsgefäß vorsichtig von oben nach unten ab. Wenn es hohl klingt, ist alles in Ordnung. Wenn das Gefäß unter Wasser steht, müssen Sie es unbedingt austauschen, damit die Funktion wieder hergestellt wird. Zischt es beim Öffnen des Gasventils jedoch bloß, reicht es für die Funktion, wenn Sie Stickstoff nachfüllen.

Die Heizung im Auto oder Wohnwagen funktioniert nicht

Viele Wohnmobile oder Wohnwägen haben eine Truma-Heizung. Ist sie defekt, liegt das meist an korridierten Kontakten. Rechts unten unter der Verkleidung finden Sie das Batteriefach. Ziehen Sie es aus dem Zündautomaten der Truma und reinigen Sie die Kontakte mit Schraubenzieher und Kontaktspray.

Wenn Sie danach den Heizstufenregler herunterdrücken, sollte ein Klicken ertönen und eine Kontrolllampe blinken. Das zeigt die volle Funktion an.

Ob Golf oder Audi, auch im Auto kann die Heizung ausfallen. Überprüfen Sie zunächst, ob alle Wasserschläuche warm sind. Dann ist der Kühler in Betrieb und es liegt nicht am Thermostat. Ist das Thermostat aber defekt, ist das Ventil dauerhaft geöffnet. Das Kühlwasser fließt dann konstant durch den Kühler und kann nicht warm werden. Hier hilft nur der Austausch.

Es könnte außerdem sein, dass Flüssigkeit im Wärmetauscher fehlt. Sie können ihn dann entlüften und neu auffüllen. Ist jedoch der Innenraum feucht, ist der Wärmetauscher undicht und muss ausgetauscht werden.

Video: Wenn Auto-Heizungen nicht mehr funktionieren

Viele Menschen verstehen besser, wenn sie etwas sehen. Falls Sie auch dazugehören, kann Ihnen das folgende Video helfen. Es zeigt anhand eines Golf Plus Wege auf, den Fehler in der Heizung zu finden und zu beheben.

Bei vielen anderen Autos wie zum Beispiel einem Audi können die Probleme ähnlich aussehen.

YouTube

Weitere Wege, sich um eine defekte Heizung zu kümmern

Viele Lösungen für Heizungs-Probleme finden Sie auf der Website des Herstellers, zum Beispiel bei Buderus oder Viessmann. Beachten Sie außerdem: Wenn Ihre Heizung nicht mehr funktioniert, kann das außerdem ein möglicher Grund für eine Mietminderung von 20 bis 30 Prozent sein.

Kann eine normale Raumtemperatur durch eine fehlende Funktion nicht gewährleistet werden, gilt das als Mangel. Informieren Sie Ihren Vermieter sofort über das Problem und die gewünschte Mietminderung. Der Brief sollte per Einschreiben versandt werden.

Fazit

Auch bei der besten Heizung kann die Elektronik einmal ausfallen. Einige Probleme wie das Entlüften oder das Nachfüllen von Gas können Sie dann selbst erledigen, ebenso verhält es sich mit Reparaturen an Thermostat oder den Kontakten.

Wenn aber Ventile blockiert, Heizdrähte defekt oder Steuergeräte ausgefallen sind, sollten Sie sich von einem Fachmann helfen lassen.

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