Heizung im Altbau nachrüsten (Kosten & Tipps) | Haus Heizkörper

Wer in einem Altbau wohnt, kann sich oft an großflächigen Räumen und hohen Decken erfreuen. Wenn es um das Beheizen des Wohnraumes geht, brauchen Sie eine Heizung mit einem guten Wirkungsgrad und geringen Kosten.

Der Markt bietet viele Lösungen zum Heizen. Wir geben Tipps bei der Wahl der Heizung und worauf für das Nachrüsten der Heizkörper im Altbau geachtet werden muss.

Anforderungen an die ideale Heizung zum Nachrüsten

Das Nachrüsten der Heizung im Altbau ist aufgrund des großen Raumvolumens stets mit höheren Kosten verbunden als in einem kleinen Haus. Es bedarf großflächiger Heizkörper mit genügend Leistung von der Zentralheizung.

Idealerweise hat der Heizapparat einen hohen Wirkungsgrad, um das Haus mit geringen Kosten warmzuhalten. Oft finden Sie im Altbau großzügig ausgelegte Keller mit ausreichend Platz für einen Tank für fossile Brennstoffe vor.

Gekoppelt mit einer modernen Steuerung am Heizapparat kann auch im Altbau der Traum vom smart home mit elektronischer Steuerung realisiert werden.

Doch welcher Typ Heizung eignet sich am besten? Sie können mit einem fossilen Brennstoff wie Öl, Gas oder Pellets heizen. Aber auch der Einsatz moderner Heizapparate wie Wärmepumpen und Brennstoffzellen sind möglich.

Heizung Pumpe Ventil

Die klassische Heizung für den Altbau

Ein mit Öl oder Gas betriebener Heizapparat ist prädestiniert für eine Zentralheizung im Altbau. Mit Kosten von weniger als 5.000 Euro für das Heizgerät selbst ist die Investition günstig. Hinzu kommen die Heizkörper für die Zentralheizung, sofern diese nicht schon vorhanden sind. Darüber hinaus ist der Gasanschluss oder ein Tank für das Gas oder Öl mitzuberücksichtigen.

Im Gegensatz zu den Erfahrungen der älteren Generation mit frühen Gas- oder Ölheizungen sind die heutigen Modelle wesentlich sparsamer und effizienter. Darüber hinaus lassen sie sich gut skalieren, d. h. die Leistung kann an die Wohnraumgröße angepasst werden.

Die Betriebs- und Wartungskosten sind mit 6-8 kWh sehr niedrig. Durch die modernen Steuerungen der Heizgeräte eignet sich diese Heizung auch für die Integration in das moderne smart home.

Leider erhalten diese Arten der Zentralheizung keine oder nur sehr geringe Förderungen.
Eine Ölheizung darf nur noch bis 2026 nachgerüstet werden.

Die Gasheizung kann auch mit einem Gastank betrieben werden. Das erhöht die Investitionskosten. Die verlockenden Mietangebote für Tanks der Gasanbieter sind mit Vorsicht zu betrachten. Hier besteht die Verpflichtung, das Gas vom Vermieter zu beziehen.

Wer dann eine Gaspreiserhöhung nicht hinnimmt, muss den Tank zurückgeben.

Alternativ: Heizen mit Pellets

Die Alternativlösung zum Heizen mit nachwachsendem Brennstoff ist die Pelletheizung.

Hierbei werden aus Sägespäne Pellets gepresst, die einen guten Brennwert mit nahezu null Rückständen haben. Es entsteht ein minimaler Rest Asche, der mit einer Holz- oder Kohleheizung aus alten Zeiten nicht vergleichbar ist.

Der Brennwert der Pellets ist hoch. Dadurch kann ein großer Wärmebedarf abgedeckt werden. Diese Heizung eignet sich sehr gut für voluminöse Wohnflächen. Der Brennstoff ist mit ca. 5 Cent/kWh der billigste am derzeitigen Markt.

Hier wird ebenfalls ein Tank für die Pellets benötigt. Dieser kann im Keller oder im Haus installiert sein und sollte zwischen 8 und 10 Kubikmeter umfassen. Die Pelletheizung ist eine gute, aber auch teure Alternative zu den Klassikern.

Die Heizung selbst kostet zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Für den Tank müssen zusätzlich mindestens 5.000 Euro und viel Platz eingeplant werden. Schließlich muss noch die Fördertechnik der Pellets in den Heizapparat berücksichtigt werden.

Alles in allem eine kostspielige Angelegenheit und für den Altbau eher bedingt geeignet.

Wenn wir die geringen Kosten des Brennstoffs betrachten, handelt es sich auch nur um eine Momentaufnahme. Ursprünglich beruht das Konzept auf der Wiederverwertung von anfallenden Sägespänen.

Der Bedarf ist mittlerweile so stark gestiegen, dass Reste aus Sägewerken nicht mehr ausreichen und es bereits Fabriken dafür gibt. Diese liegen weit weg von Deutschland, sodass eine Preiserhöhung der Pellets, verursacht durch steigende Transportkosten, nur noch eine Frage der Zeit ist.

Eine warme Fußbodenheizung durch Wärmepumpen

Von den oft gepriesenen Wärmepumpen gibt es viele Versionen. Sowohl Luftwärmepumpen, Erdkollektoren, Erdsonden oder Grundwasserpumpen funktionieren nach dem Prinzip, die Wärmeenergie aus dem jeweiligen Medium abzuziehen und in den Wohnraum zu leiten. Sie verbrauchen keinen Brennstoff und funktionieren nur mit Strom.

Je nach Typ und Größe kostet eine Wärmepumpenanlage zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Abhängig von der Ortslage sind für das Heizen mit Erdwärme oder Energie aus dem Grundwasser verschiedene Genehmigungen notwendig.

Darüber hinaus ist Strom derzeit viermal so teuer wie Gas oder Öl, sodass diese Heizung nur eine günstigere Alternative darstellt, wenn sie mit einer Photovoltaikanlage zur eigenen Stromerzeugung gekoppelt ist.

Technisch gesehen ist der Wirkungsgrad von Wärmepumpen nicht sehr hoch. Eine Fußbodenheizung und auch ein kleines Haus werden mit Erdwärme problemlos warm. Aber für das Nachrüsten in einem Altbau ist dieser Typ Heizung nicht geeignet.

Bei diesen Heizgeräten handelt es sich um Niedrigtemperaturheizungen. Das verleitet oft zur Installation sogenannter Hybridlösungen, d. h. eine Wärmepumpe und eine Gasheizung.

Diese sind wegen der hohen Kosten nicht nur unwirtschaftlich, sondern für das Nachrüsten in einem Altbau auch nicht zu empfehlen. Der Aufwand übersteigt den Nutzen um ein Vielfaches.

Heizung und Kosten vom Fachmann verständlich erklärt

In dem nachfolgenden Video beschreibt ein Ingenieur auf einfache Weise die Vor- und Nachteile der gängigsten Heizungsarten, die Kosten und Vor- und Nachteile.

Darüber hinaus gibt er Empfehlungen für die Nachrüstung in verschiedenen Wohnungstypen wie z. B. den Altbau. Trotz der umfassenden Fachkenntnisse erklärt er es mit einfachen Worten, verständlich für jeden.

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Ein Heizapparat aus modernen Brennstoffzellen

Diese Technologie gibt es schon seit Langem, hat sich in Deutschland aber nicht durchgesetzt. Sie benötigen Wasserstoff oder Erdgas für den Betrieb der Heizung. Bei der Energieerzeugung entsteht lediglich Wasserdampf, was die bisher fortschrittlichste Technologie in Sachen Umweltfreundlichkeit ist.

Hierfür gibt es viele Förderungsmöglichkeiten, die bei einer notwendigen Investitionssumme von 50.000 Euro keine große Erleichterung sind. Je nach vorhandenem Schornstein muss dieser zusätzlich an die Heizung angepasst werden. Die geringe Lebensdauer der Anlage von 10 Jahren sind nicht wettbewerbsfähig.

Der Wirkungsgrad von maximal 60 % erfordert einen kontinuierlichen Betrieb. Die schwache Energie reicht für den Betrieb einer Fußbodenheizung aus. Nur für den Altbau ist auch diese Zentralheizung nicht geeignet.

Heizungsalternativen sind nur bedingt zu empfehlen

Zusammenfassend kann man sagen, dass für das Nachrüsten der Heizung im Altbau eine Ölheizung, eine Gasheizung oder eine Pelletheizung am geeignetsten sind.

Bei der Entscheidung spielen Platzbedarf für den Brennstofftank und vorhandene Anschlüsse eine entscheidende Rolle. Die Heizung mit Öl muss jedoch bis 2026 installiert werden.

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