Darf man Feuer im Wald machen? (Tipps & welche Strafe?)

Grundsätzlich ist es in einem deutschen Wald nicht erlaubt, ein offenes Feuer zu machen. Der Begriff „offen“ bedeutet hier, dass eine Flamme sichtbar ist. Dies beinhaltet nicht nur Grill- oder Lagerfeuer, sondern auch sämtliche Arten von Campingkochern, Hobo-Öfen, Fackeln, Kerzen, Laternen und Teelichte. Außerdem darf man vom 1. März bis 31. Oktober in vielen Wäldern nicht rauchen, also auch Feuerzeug und Streichhölzer nicht benutzen.

Ausnahmen bilden offizielle, fest eingerichtete Feuerstellen im Wald, die oft mit Schildern markiert oder auf Wanderkarten und im Internet zu finden sind. Hier darf man ein Feuer machen, ohne dafür bestraft zu werden, sofern dieses ständig kontrolliert wird und gewährleistet ist, das genügend Löschmittel in Form von Wasser, Sand oder auch Erde zur Verfügung stehen.

Außerdem gibt es einige wenige Personen- und Berufsgruppen, die von diesen Regelungen nicht betroffen sind. Waldbesitzer und deren Angestellte etwa dürfen im eigenen Wald ein Feuer machen, ebenso Imker und Jäger. Des Weiteren ist es möglich, beim ansässigen Forstamt rechtzeitig nach einer Genehmigung für ein Feuer zu fragen oder aber mit dem Waldbesitzer, sofern bekannt, Kontakt aufzunehmen und ihn um Erlaubnis zu bitten.

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Wo steht das Feuer machen immer unter Strafe?

In Nationalparks, Naturreservaten, Naturschutzgebieten, gesetzlich geschützten Biotopen sowie in Jagdregionen ist es immer verboten, ein Grill- oder Lagerfeuer zu machen, denn es ist richtig und wichtig, dass die Natur hier unberührt bleibt und geschützt wird. Die genauen Regelungen und Verbote sowie die vorgesehene Strafe hat jedes Bundesland im jeweiligen Naturschutzgesetz festgelegt.

Die Strafe bzw. das Bußgeld richtet sich nach dem Vergehen und kann im Falle einer Ordnungswidrigkeit bis zu 5000 Euro betragen. Sollte eine Straftat vorliegen, beispielsweise vorsätzliche Brandstiftung, droht sogar eine Freiheitsstrafe.

Videoempfehlung zum Thema „Feuer machen im Wald“

Im folgenden Video finden Sie eine gute und ausführliche Zusammenfassung zum Thema.
Hier wird noch einmal genau erläutert, wie man sich richtig verhält, wenn man plant, ein Lagerfeuer, Grillfeuer oder Ähnliches zu machen, wo man dies unter keinen Umständen darf, wen man fragen und wo man nachschauen kann, wenn man sich unsicher ist, usw.

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Rechtliche Lage in anderen europäischen Ländern

In manchen Ländern, beispielsweise in Österreich und der Schweiz, existiert kein Gesetz, das ein Feuer in der Natur verbietet. Hier dürfen Sie also beispielsweise ein Lagerfeuer anzünden, ohne dafür bestraft zu werden. Einige Einschränkungen gibt es aber dennoch.

In Österreich:
Auch hier muss das Einverständnis des Grundeigentümers (Privatbesitz oder Gemeinde) vorliegen. Es darf ausschließlich Holzkohle oder trockenes unbehandeltes Holz verwendet werden.
In den Sommermonaten kann unter Umständen aufgrund der Waldbrandgefahr ein Verbot ausgesprochen werden.

In der Schweiz:
Auch hier können in den Sommermonaten lokale Verbote ausgesprochen werden. Gemeinden und Kantonen ist es außerdem vorbehalten, in bestimmten Gebieten, z.B. Naturschutzgebieten, das Anzünden eines Lager- oder Grillfeuers zu untersagen.

Tipps für sicheres Feuer machen im Wald

  • Verwenden Sie trockenes, unbehandeltes Holz und handelsübliche Anzünder (keinesfalls Benzin oder Ähnliches!), die Sie am besten mit einem Feuerzeug entzünden. Im Fachhandel und Baumarkt (z.B. Hornbach oder Bauhaus) gibt es ein breites Sortiment an diversen Bio-Anzündern.
  • Lassen Sie die Flamme niemals unbeaufsichtigt und beobachten Sie eventuellen Funkenflug.
  • Suchen Sie sich nach Möglichkeit eine offene Stelle oder Lichtung und begrenzen Sie die Feuerstelle auf der blanken Erde ohne Gräser mit Steinen.
  • Sofern Sie bei Ihrem Lagerfeuer z.B. in einem Wurfzelt übernachten, achten Sie darauf, dass dieses nicht in Windrichtung steht!
  • Lassen Sie das Feuer nicht alleine ausbrennen, wenn Sie die Feuerstelle verlassen, sondern löschen Sie es mit Wasser, Erde oder Sand.

 

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