Wie kann man ein Feuer richtig löschen? | Wasser vs. Chemie

Menschen hatten zu Feuer schon immer einen besonderen Bezug. In der Steinzeit diente es der Wärme und bis ins späte Mittelalter waren Kerzen und Fackeln die einzige Lichtquelle. Im Gegensatz zu Strom braucht es dafür nicht unbedingt ein höheres Wissen der Physik oder der Chemie.

Auch heute erfreuen sich Menschen noch sehr an offenem Feuer. Sei es im Ofen oder im Sommer draußen in einer Feuerschale oder als Lagerfeuer das warme Licht gibt oft ein Gefühl von Behaglichkeit. So bald es wärmer wird, lässt sich das Feuer auch für den Grill nutzen und man kann auf diese Weise schön gebratene Würstchen zubereiten.

Am Ende eines schönen Grillabends oder nachdem gemütlichen Beisammensein an der Feuerschale, stellt sich jedoch meist die Frage, wie lösche ich das Feuer richtig?

Die Dringlichkeit dieser Frage erhöht sich, wenn beim Feuer machen etwas schief geht und auf einmal der Rasen brennt oder die Christbaumkerzen denselben entzünden. Im Folgenden möchten wir Ihnen dabei erklären zukünftig die richtige Maßnahme für die jeweilig passende Situation zu finden.

Feuer Flammen Hitze

Um Feuer zu löschen, sollte man folgende Tipps unbedingt beachten.

Wasser ist zum löschen da

Eine der bekanntesten Methoden zum Löschen eines Feuers ist das Wasser. Gibt man auf das Feuer in einer Feuerschale Wasser entzieht man diesem mit Hilfe des Wasserdampfes die Wärme, es kühlt ab und kann nicht brennen. Allerdings ist es bei dieser Maßnahme sinnvoll, das vorhandene Holz herunter brennen zu lassen und erst die Glut zu löschen, ansonsten kann sich einiges an Rauch entwickeln und dieser zieht dann zu unseren Nachbarn.

Ähnlich verhält es sich bei einem heimischen Kamin oder Ofen. Aber nicht in allen Fällen ist Wasser wirklich das beste Mittel. Bei einem Wohnungsbrand kann man zwar unter anderem damit löschen, jedoch ist ein Feuerlöscher, der meist CO2 oder Löschschaum enthält effektiver. Es gibt auch Feuerlöscher mit Wasser. Wenn Sie unsicher sind, was ihr Feuerlöscher enthält können Sie auf der Beschreibung außen nachlesen.

Wie funktioniert ein Feuer?

Um einen Brand löschen zu können, bietet es sich an ein wenig besser über Feuer informiert zu sein. Wir haben für Sie ein Video herausgesucht, in welchem sehr deutlich erklärt wird, wie die Chemie hinter einem Feuer ist, wie es gebildet wird und wie es weiter brennt.

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Wie lösche ich einen Fettbrand?

Tatsächlich gibt es Brände, bei denen Wasser nicht nur nicht hilfreich, sondern im Gegenteil sogar tödlich sein kann. So beispielsweise beim Fettbrand. Wer früher in Chemie aufgepasst hat, weiß, dass Fett und Wasser sich nicht richtig verbinden können. Vielmehr sorgt das Zusammentreffen von Wasser und brennendem Fett dazu, dass durch den entstehenden Wasserdampf winzig kleine glühend heiße Fett-Partikelchen in die Luft geschleudert werden und direkt andere Dinge entzünden.

Also sollte man bei einem entflammten Grill oder einer brennende Pfanne voll Öl zu einem speziellen Feuerlöscher greifen, der kein Wasser nutzt. Es wäre auch richtig das Feuer mit Hilfe einer Decke oder Sand zu ersticken oder direkt die Feuerwehr zu rufen.

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit Ethanol und Aceton. Zwar funktioniert es hier Wasser und die entsprechende Stoffe zu vermischen, jedoch können beide selbst mit einer starken Verdünnung immer noch brennen und lassen sich dadurch eher schwer mit Wasser löschen.

Was mach ich bei Gasen und Flüssigkeiten?

In der Schule werden Kinder mit weiteren gefährlichen Brandarten konfrontiert, welche nicht mit Wasser löschbar sind. Denn vor allem im Chemie Unterricht werden oft Experimente mit dem Bunsenbrenner durchgeführt. Bei diesem wird Propan oder Butan Gas verwendet, um die Flamme am Leben zu halten. Je kleiner die Flamme wird, desto stärker zeigt sich ihr blaues Licht und desto heißer wird sie auch.

Sollte hier etwas schief gehen, ist es am besten zuerst den Haupthahn abzudrehen, so dass kein Gas nachkommen kann. Ansonsten lässt sich die Flamme des Bunsenbrenners auch mit einer Löschdecke ersticken. Auf diese Weise endet ein missglücktes Experiment nicht weiter schädlich für den entsprechenden Schüler.

Schwieriger wird es, wenn Benzin in Brand gerät. Auch hier ist es nicht sinnvoll mit Wasser zu löschen, da Benzin auf Grund seiner Beschaffenheit sich nicht mit dem Wasser vermischt, sondern oben drauf schwimmt. Dadurch kann es nicht zu einem entsprechenden Kühleffekt kommen und das Benzin brennt einfach weiter. Richtig ist es an dieser Stelle zu versuchen, das Feuer entweder mit einem nassen Baumwolltuch zu kühlen und somit auszumachen oder es mit Löschpulver und Sand zu ersticken.

Wie gehe ich mit einem Metallbrand um?

Auch bei Metallbränden ist Wasser nicht das erste Mittel, um ein Feuer zu löschen. Denn auch hier funkt wieder die Chemie dazwischen und es kann zu einer Reaktion kommen. Dadurch können unter anderem Knallgase entstehen, welche wiederum hochexplosiv sind. Bengalisches Feuer hat übrigens die gleiche Grundlage. Das in den Fackeln enthaltene Magnesium wird extrem heiß verbrannt.

Würde man diese nun mit Wasser löschen, bekäme man eine chemische Reaktion, die im schlimmsten Fall eine Explosion auslösen würde. Auch Feuerlöscher die mit CO2 löschen haben das gleiche Problem. Denn auch Kohlenstoffdioxid kann möglicherweise mit dem Metall und dem Wasser reagieren. Was kann ich jedoch bei einem solchen Brand tun? Richtig ist es das Feuer hier mit Sand zu löschen. Dieser entzieht dem Feuer den Sauerstoff und es kann dadurch nicht weiter brennen.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Um beim Ausbruch eines Brandes nicht in Panik zu verfallen, ist es sinnvoll sich in regelmäßigen Abständen darüber zu informieren, wie man sich im Falle eines Feuers richtig verhält. Dazu wird Kindern teilweise schon in der Grundschule erklärt, was zu tun ist und das ist auch gut so. Erwachsene können mit Feuerschutzbeauftragten ein Training absolvieren. Dabei lernt man unter anderem, wie man mit einem Feuerlöscher umgeht und eine Löschdecke richtig verwendet. Gerade für größere Firmen oder welche die häufiger mit Feuer oder Gasen arbeiten, sind solche Trainings unerlässlich und teilweise sogar gesetzlich vorgeschrieben. Gut informiert und ausgestattet, lässt sich nahezu jedes Feuer wieder unter Kontrolle bringen.

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