Feuerschale Abstand zum Nachbarn? (Nachbarschaftsrecht Garten)

In dem eigenen Garten ein Lagerfeuer machen spricht für einen gemütlichen Abend im Kreise der Familie oder für ein romantisches Beisammensein mit der Partnerin. Man kann damit Stockbrot zubereiten und bei einer Party ist es immer ein Highlight.

Eine Feuerschale ist darüber hinaus sehr dekorativ und kann zum Heizen und Grillen verwendet werden. Aber ist so etwas im eigenen Garten überhaupt erlaubt? Wir informieren Sie über die legalen Möglichkeiten ein Feuer zu entfachen und weder mit der Polizei noch mit den eigenen Nachbarn in einen Konflikt zu geraten. An dieser Stelle möchten wir auch deutlich machen, dass die genannten Regeln in Deutschland gültig sind und nicht für Österreich oder die Schweiz.

Feuerschale oder Lagerfeuer?

Für ein gemütliches Feuer gibt es verschiedene Möglichkeiten, die man je nach eigenem Geschmack aussuchen kann. Allerdings gelten auch für unterschiedliche Arten an Feuerstellen unterschiedliche Gesetze und Richtlinien. Grundsätzlich muss für ein Lagerfeuer und auch eine Feuertonne die Genehmigung der Gemeinde eingeholt werden. Gerade das Lagerfeuerbirgt immer ein nicht geringes Sicherheitsrisiko.

Da das Holz auf dem Boden geschichtet wird, kann sich der umliegende, im Sommer meist trockene, Rasen entzünden. Weiterhin ist ein Lagerfeuer selten windgeschützt. Es kann somit leichter zum Funkenflug kommen, der die umliegenden Büsche oder Gartenmöbel in Brand stecken kann.

Auf Grund des erhöhten Sicherheitsrisiko und der benötigten Genehmigung greifen viele Gartenbesitzer lieber zur Feuerschale. Bei dieser hat man zusätzlich den angenehmen Nebeneffekt, dass man ihren Standort beliebig ändern kann. Jedoch ist auch die Benutzung der beliebten Feuerschalen mit Regeln und verpflichtenden Vorsichtsmaßnahmen verbunden.

Sollten Sie jedoch damit liebäugeln ein Feuer nicht im heimischen Garten zu entfachen, sondern im Wald, am Fluss oder auf freiem Feld, empfiehlt sich hier ein Blick in die Gesetze der einzelnen Bundesländer wie Niedersachsen, Hamburg oder auch Berlin. Denn dazu gilt je nach Land eine andere Ordnung.

Wann darf ich eine Feuerschale benutzen?

Grundsätzlich gilt, dass eine Feuerschale bis zu einem Meter Durchmesser, sofern sie keine Nachbarn stört und genügend Abstand zum Haus hat, keine Genehmigung benötigt. Von der Durchmesser-Angabe abgesehen, sind diese Bestimmungen jedoch relativ schwammig und es gibt kein deutschlandweites Gesetz, das dabei etwas spezifischer ist.

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Im Gegensatz zum Lagerfeuer im Wald, haben hier nicht einmal die Bundesländer wie NRW, Bayern, Brandenburg oder Thüringen eine einheitliche Regelung dazu, was erlaubt ist. Wir würden Ihnen raten sicherheitshalber trotz der grundsätzlichen Erlaubnis eine Genehmigung von der Gemeinde abzuholen, bevor Sie Ihr erstes Feuer machen. Sollten Sie zur Miete wohnen oder das Grundstück, auf dem das Feuer gemacht werden soll, gepachtet worden sein, muss zusätzlich der Vermieter oder auch der Pächter seine Einwilligung zur geplanten Feuerstelle geben.

Dies gilt auch für einen Schreber- oder Kleingarten. Darüber hinaus ist es sinnvoll vorher mit den Nachbarn, Eigentümern oder anderen Mietern zu sprechen, ob diese eine Feuerschale für problematisch halten. Auf diese Weise können Sie sich rechtlich absichern und haben schlussendlich weniger Schwierigkeiten, beziehungsweise können diesen vorbeugen und gegebenenfalls auf die Schale verzichten.

Wo darf die Feuerschale in meinem Garten stehen?

Auch wenn die Gemeinde die Feuerstelle mit einer Genehmigung erlaubt und die Nachbarn ihr Einverständnis geben, ist ein offenes Feuer im Garten immer noch ein Sicherheitsrisiko. Durch Funken können naheliegendes Gras oder im Sommer ausgetrocknete Büsche Feuer fangen. Deshalb gibt es im Nachbarschaftsrecht die Regel, dass man die Feuerstelle mit mindestens 10 Meter Abstand zum Nachbargrundstück aufbauen soll. Egal ob es eine offene Stelle, eine Brenntonne oder eben eine Feuerschale ist.

Ab dieser Distanz verringert sich die Gefahr durch etwaigen Funkenflug und auch der Rauch ist für die Nachbarn weniger belästigend. Darüber hinaus sollte die Feuerschale einen festen Untergrund haben. Viele kommen daher auf die Idee, sie auf die Terrasse zu stellen. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass genug Abstand zum eigenen Haus besteht und es nicht zu einer Gefährdung kommen kann.

Das Gleiche gilt im Übrigen auch für den Balkon. Es gibt noch keine eindeutigen Richtlinien für Feuerschalen auf dem Balkon, deshalb wird von Rechtsexperten dazu geraten, diese ähnlich zu behandeln wie einen Grill. Das heißt, es muss mindestens ein Meter Abstand zum eigenen Haus und genügend Abstand zu den Nachbarn gehalten werden. Darüber hinaus muss der Vermieter informiert werden.

Kann man eine Feuerschale auch selbst bauen?

Wenn Sie etwas besonders Extravagantes im Garten haben möchten, lohnt es sich vielleicht die Feuerschale selbst zu bauen. Auch selbst gebaute sind, wie die gekauften, grundsätzlich erst einmal erlaubt, wenn sie die nötigen Randbedingungen einhalten. In folgendem Video können Sie lernen, wie man so etwas relativ einfach selbst herstellen kann:

YouTube

Was müssen Sie sonst noch beachten?

Endlich ist geschafft und die Feuerschale hat ihren sicheren Platz erhalten. Nun gibt es jedoch noch etwas, dass Sie rechtlich beachten müssen: die Wahl des richtigen Holzes. Denn auch hier gibt es Vorschriften und nicht alles ist als Brennmaterial erlaubt. Zulässig ist naturbelassenes, stückiges Holz und Holzbriketts.

Neben der gesetzlichen Vorgabe, werden es Ihnen aber auch Ihre Nachbarn und Gäste danken, wenn Sie diese anzünden, da entsprechendes Brennmaterial eine relativ geringe Rauchentwicklung hat. Darüber hinaus ist es strengstens verboten, die Feuerschale Zweck zu entfremden und darauf Müll zu verbrennen. Dies kann hohe Bußgelder zur Folge haben.

Weiterhin ist es zur eigenen Sicherheit vorteilhaft ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Wie auch bei einem Ofen im Wohnzimmer lohnt sich die Bereitstellung eines Feuerlöschers, mit dessen Hilfe Sie im Notfall schnell löschen können.

Zusammengefasst kann man sagen, dass der wichtigste Aspekt bei einem Feuer im heimischen Garten die Absicherung ist. Zum einen auf einer rechtlichen Seite, um sicher zu stellen, dass man wirklich eine Feuerschale benutzen darf und zum anderen der Feuerschutz, damit nicht doch aus Versehen am Ende mehr brennt als beabsichtigt. Wenn Sie alle genannten Punkte beachten, kann das nächste Gartenfest inklusive Lagerfeuer kommen.

3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Meine Nachbarn Räuchern mich – habe den ganzen Sommer Halsweh und kann keine Fenster öffnen – tolle Sache diese Pyromanie – Klima, Feinstaub, CO2, soziale Kompetenz – gibt’s nicht, weil es ist halt sooo lustig …

    Antworten
  • Es ist ein Mietshaus mit mehreren Mietparteien, der Nachbar hat hinter dem Haus ein verwildertes Gartenstück und eine Feuerschale die nicht einmal 6Meter vom Haus entfernt steht, er feuert mit Paletten und der Rauch und Gestank zieht in den Wohnungen. Ist das alles so erlaubt und müssen wir Mieter uns das gefallen lassen

    Antworten
    • Hallo, je nach Region ist die Rechtssprechung in solchen Fällen unterschiedlich. Dokumentieren Sie die Vorfälle mit Bildern und schalten Sie dann ggf. einen Anwalt ein. Vorher würden wir allerdings das nachbarschaftliche Gespräch suchen 🙂
      Liebe Grüße

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