Zuschuss für neue Heizung? (Tipps) | Förderung durch KfW, BAFA & Abwrackprämie

Seit Beginn diesen Jahres haben sich in der Förderlandschaft für Heizungsanlagen einige Änderungen ergeben. Der staatliche Investitionszuschuss war noch nie so hoch wie mit dem Ende 2019 auf den Weg gebrachten Klimapaket der Bundesregierung.

Wir haben uns mit dem Thema ausführlich beschäftigt. Die spannenden Inhalte unseres Ratgebers folgen im Anschluss.

Es ist Zeit für eine neue Heizungsanlage

Wenn Sie jetzt eine neue Heizung planen, hat das nur Vorteile: Sie verringern die laufenden Kosten, tragen zur Reduktion von CO2-Emissionen bei und senken Wartungs- und Reparaturaufwand.

Darüber hinaus können Sie abhängig davon, wie sie genau modernisieren, bis zu 45 Prozent der gesamten Investitionssumme als Bezuschussung vom Staat erhalten.

Jetzt: Staatszuschuss statt Abwrackprämie

Bereits vor der Verabschiedung der neuen Klimagesetze gab es unterschiedliche Vorschläge aus der Politik, wie man Heizungen mit erneuerbaren Energien attraktiver machen könnte.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) setzte sich neben steuerlichen Sanierungsförderungen für eine Abwrackprämie für Ölheizungen ein. Die nun geltenden Bedingungen des bafa (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) entsprechen in der Umsetzung einer Austauschprämie, die in vielen Fällen attraktiver ist als eine Abwrackprämie es wäre.

Frühere regionale Angebote einer Abwrackprämie für Ölheizungen, wie in Sachsen, NRW oder dem Saarland, wurden nun ebenfalls abgelöst.

Dass es tatsächlich noch immer notwendig ist, die Anreize für das Austauschen von Ölheizungen zu steigern, zeigt die Situation in deutschen Heizkellern.

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Bald sollten Sie Ihre alte Heizung abwracken

Nur noch bis 2026 ist eine Neuinstallation von Ölheizungen in Deutschland überhaupt erlaubt. Die hohe Zahl der existierenden Anlagen soll gesenkt werden, indem die Erneuerung umfangreich finanziell gefördert wird, wenn die neue Heizung mit erneuerbaren Energien arbeitet. Über 40 Prozent der Gebäude werden allein in Bayern noch mit Öl beheizt.

Auch die Nachtspeicherheizung ist ein Auslaufmodell.
Sie sollte ursprünglich mit einem Beschluss aus dem Jahr 2009 ab 2020 verboten sein. Allerdings kam es nicht zur Umsetzung, da die Regelung 2013 gekippt wurde.

Aus ökologischer und mittlerweile auch wirtschaftlicher Sicht ist es nicht mehr akzeptabel, mit Strom zu heizen. Umrüsten ist oft mit umfangreichen Maßnahmen verbunden, weil die Nachtspeicher an das Stromnetz angeschlossen werden und keine wasserführenden System in den betreffenden Gebäuden vorhanden sind.

Die rund 1,6 Millionen Anlagen, mit denen in Deutschland noch geheizt wird, sollten nach und nach ausgebaut werden, damit der Umstieg auf modernere Lösungen möglich wird.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Einschränkungen durch die Gesetze des Bundes folgen. Entscheiden Sie deshalb bei Zeiten selbst, wann Sie den Austausch angehen, bevor ein wertvoller Zuschuss wegfällt.

Anreize für Brennwertanlagen wurden minimiert

Wer jetzt noch Öl- oder Brennwertgeräte einbauen möchte, wird bereits nicht mehr finanziell unterstützt. Die Bundesregierung möchte diesen Schritt nicht mehr mit einer Prämie belohnen.

Stattdessen gibt es lediglich noch einen Steuervorteil: 20 Prozent der Investitionssumme können über drei Jahre hinweg mit sieben Prozent im ersten und zweiten sowie sechs Prozent im dritten Jahr geltend gemacht werden. Das betreffende Gebäude muss dafür förderfrei sein. Man kann also entweder von einer bafa-Förderung oder vom Steuerbonus profitieren.

Bei Modernisierung Zuschuss: das ist neu

Die Fördergelder der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW wurden abgeschafft. Die Programme des bafa lösen die bislang vergleichsweise geringen Fördersummen der KfW in Höhe von zehn bis 15 Prozent ab.

Auch sonst ist nun Vieles einfacher. Sie brauchen keinen Energieberater mehr, der Antrag kann auf Ihren Heizungsbauer übertragen werden und nach Bewilligung haben Sie zwölf Monate Zeit, bis das Vorhaben mit neuer Anlage umgesetzt sein muss.

Zuschuss beantragen: das sollten sie beachten

Da sich mit vielen Änderungen auch viele Fragen ergeben können, ist es wichtig, sich vor der Umsetzung einen genauen Überblick zu verschaffen.

In diesem Video werden alle wichtigen Kombinationen mit genauem Fördersatz genannt. So überblicken Sie schnell Ihre Optionen und können bereits abschätzen, wieviel in Ihrem Fall der Zuschuss für die neue Anlage beträgt.

Es geht auch konkret auf die Beantragung der Förderung und den konkreten Ablauf ein. So sind Sie bestens gerüstet für Ihr Projekt.

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Die Höhe der Umtauschprämie im Detail

Wenn Sie Ihre Heizung für Ihre Unterkunft oder Eigentumsimmobilie erneuern, um in Zukunft mit erneuerbaren Energien zu heizen, haben Sie die Möglichkeit auf den Erhalt umfangreicher staatlicher Zuschüsse.

Die Höhe richtet sich nach der genauen Zusammensetzung der Anlage:

Wärmepumpen mit Solaranlage oder Biopumpen mit Solaranlage – diese Konstellationen werden mit 35 Prozent der Investitionssumme gefördert.

Wenn man nicht komplett oder nicht sofort auf erneuerbare Energien umsteigen möchte, ist eine Gas-Hybrid-Anlage die richtige Wahl. Hierbei handelt es sich um ein Gas-Brennwert-Gerät, das bestimmte Mindestanforderungen erfüllt und mit einer Wärmepumpe, Solaranlage oder anderen Biomasse-Anlagen kombiniert ist. Diese Ausführungen werden mit 30 Prozent bezuschusst.

Im Anschluss haben Sie zwei Jahre Zeit, die umweltbewusste Komponente nachzurüsten. Wenn eine alte Ölheizung gegen einen Gas-Hybrid ausgetauscht wird, ist dies mit 40 Prozent förderfähig. Wenn ein Hybrid-Heizung mit erneuerbaren Energien eingebaut wird, sind sogar 40 Prozent möglich.

Weitere Möglichkeiten mit Förderung sind Solar-Thermie-Anlagen (30 Prozent), Biomasse-, Hackschnitzel- und Pellets (25 Prozent) und Wärmepumpenanlagen, sowohl im Bestand als auch im Neubau (35 Prozent).

Die Gastherme ist sehr beliebt

Gasthermen, also Hybride, die Gas- und Wärmepumpe vereinen, sind in diesem Kontext folglich für Viele eine Überlegung wert. Sie werden umfassend gefördert und haben weitere Vorteile: Sie sparen mit dem Einbau Platz und können das Warmwasser ebenfalls über beide Komponenten der Anlage laufen lassen, denn sowohl Brennwertkessel als auch die Wärmepumpe können Heizwärme und Brauchwasser bereitstellen.

Das spart vor Allem in kalten Jahreszeiten Zeit und Energie, wenn es um Baden oder andere wasserintensiven Aktivitäten geht. Durch einen kleineren Tank kann sie in fast jedem Haushalt eingebaut werden und passt sich durch häufigeres Auftanken flexibel Ihrem jeweiligen Bedarf an.
Diese Idee geht auf die deutsche Firma Vaillant zurück, die 1894 den sogenannten Gas-Badeofen erfand und bis heute Spezialist im Bereich der Gasthermen ist.

Lassen Sie sich bei Fragen zum Staatszuschuss beraten

In Sachsen, NRW und weiteren Bundesländern erhalten Sie auf Landesebene unabhängige Beratung zu den Themen Energie, erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Oft handelt es sich hierbei um Agenturen und Beratungszentren, die vom jeweiligen Land und einer Bank aufgebaut wurden.

Besonders, wenn Sie noch keinen Heizungsbauer an Ihrer Seite haben, der sich für seine Beratung ausschließlich an Ihrem Bedarf orientiert, ist eine solche Anlaufstelle, die Sie neutral informiert, empfehlenswert.

Die Voraussetzungen waren nie besser

Es hat sich gezeigt, dass es sich durch die aufgestockten und reformierten Staatszuschüsse für das Modernisieren oder Austauschen Ihrer Heizung lohnt, dieses Vorhaben in Angriff zu nehmen.

In der Zukunft werden den aktuellen Anreizen zugunsten umweltfreundlicher Anlagen mit Sicherheit auch Sanktionen folgen, die traditionelle Heizsysteme unattraktiv machen sollen. Mittelfristig sind Verbote nicht auszuschließen.

Der Markt bietet für jeden Bedarf die passende Lösung. Und wenn Fragen auftauchen, gibt es unabhängige Beratung, die Sie in Anspruch nehmen können.

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